POLYPROBLEM – Der Stakeholder-Dialog

Die Kräfte bündeln. Gemeinsam Lösungen entwickeln, anstatt immer neue Einzelprojekte in die Welt zu setzen. Die Möglichkeiten von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft besser miteinander verbinden. Geleitet vom Gedanken des Collective Impact-Konzeptes trafen sich rund 150 Expertinnen und Experten auf Einladung von Wider Sense (ehemals: Beyond Philanthropy) und der Röchling Stiftung. Die Resonanz sowie die kaum vorhandene „No-Show“-Quote haben die Erwartungen übertroffen.

Indem Uwe Amrhein (Stiftungsmanager, Röchling Stiftung) die Gäste aus Politik, Stiftungswesen, Bildung und Industrie direkt als Mitstreiter begrüßte, offenbarte er in einem Wort, was das Ziel der Veranstaltung ist: Im ersten Schritt strukturierte Gedanken zu einem verzahnten Vorgehen zur Lösung des Polyproblems Kunststoff und Umwelt zusammenzubringen. Am längeren Ende wird es darum gehen, erste Impulse für gemeinsame Formate, Werkzeuge und Orte im Geiste des Collective Impacts zu sedimentieren.

Der Tag startete historisch. Dr. Franz Mauelshagen von der Universität Duisburg, Center of Global Cooperation Research beleuchtete die Geschichte eines künstlichen Werkstoffs, dessen globale Verbreitung sinnbildlich für ein Anthropozän – ein Zeitalter, in dem der Mensch zum relevanten Faktor für biologische, geologische, und atmosphärische Prozesse – geworden ist.

Magie und Wahnsinn – Das Zeitalter des Kunststoffs

Als epochenprägendes Material war Kunststoff für Wissenschaftler und Chemiker bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannt. Inzwischen gehen die wissenschaftlichen Gedanken sogar soweit, Kunststoffe (Plastik) als strategraphische Marker anzusehen, da ihre Existenz in Sedimenten über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende nachweisbar sein wird.

Die Erfolgs- und Problemgeschichte begann mit der Entwicklung von Polymeren seit 1900.

Produktdiversifizierungen und differenzierte Anwendungen nahmen seit 1940 bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zu. Seit 1990 treten Biopolymere auf den Plan. Eine erkennbare Akkumulation in der Umwelt wird seit den 1960er Jahren beobachtet und bereits damals als Problem wahrgenommen.

Der problematische „Erfolg“ des Werkstoffs Kunststoff hat sein beeindruckendes Verbreitungswachstum von durchschnittlich 8,4 Prozent mit Ende des zweiten Weltkriegs begonnen. Der Trend ist bis heute ungebrochen. Damit übersteigt das Wachstum dieses Werkstoffs die allgemeine ökonomische Entwicklung bei weitem.

Inzwischen haben Konsumhistoriker die Wegwerfgesellschaft als soziale Verankerung der Akkumulation ausgemacht. Dieser Entwicklung liegt ein dynamisches Schema zugrunde, die das Wachstum verstärkt.

  1. Diversifizierung des Werkstoffs Kunststoff
  2. Vermehrte Anwendungen und Kunststoff-Produkte
  3. Verstärktes Wachstum

Das Fazit des Historikers: Es ist exakt diese Dynamik, die auch bei der Problemlösung notwendig sein wird. Die Kernfrage lautet: Wie machen wir diese Dynamik schlauer?

Das Polyproblem

Annunziata Gräfin Hoensbroech, Vorsitzende des Kuratoriums der Röchling Stiftung und Michael Alberg-Seberich, Geschäftsführer bei Wider Sense artikulierten in einem Polyproblem-Aufriss das operative und emotive Spannungsfeld der Kunststoff-Problematik.

Resignation, Ohnmacht und institutionelle Orientierungslosigkeit stehen finanziellen Mittel gegenüber, deren effektive Einsatzmöglichkeiten ebenfalls ungeklärt sind. Wo soll investiert werden?

  • in nachhaltige Stoffkreisläufe,
  • in die Sensibilisierung von Verbrauchern,
  • in politische Initiativen?

Erster wissenschaftlich-ordnender Schritt der Röchling Stiftung war die Studie Polyproblem, die Wider Sense erarbeitet hat. Am Anfang der Kooperation stand der Wunsch nach einer gemeinsamen nationalen und international gültigen Agenda. Darüber hinaus ging es um Transparenz über verschiedene Vorgehensweisen und Strategien. Der Anpack zur Lösung des Polyproblems: Schon zu Beginn der Konzeptionsentwicklung müssen alle Player gemeinsame Sache machen. Dazu gehört ein festes Austauschformat für unterschiedliche Netzwerke und Allianzen, ein gemeinsames Verständnis der Datenlage und gemeinsame Aktionen, beispielsweise für die Einführung politisch verabschiedeter Kunststoff-Obergrenzen. Der Polyproblem Stakeholder-Dialog sucht dabei explizit nach Möglichkeiten und nicht nach Ausschlusskriterien, er ist die Chance auf ein übergreifendes  Kooperationsmanagement.

Eine Herausforderung, fünf Positionen.

Emily Woglom, Executive Vice President, Ocean Conservancy

These:

Wir brauchen einen Mittelweg zwischen Wettbewerb und Isolation sowie zwischen Ausrichtung und Koordination.

Noch fehlt es an einem gemeinsamen Polyproblem-Narrativ, es fehlt an gemeinsamen

Zielen. Die gibt es für CO2, aber noch nicht für Plastik. Ebenso lückenhaft sind das globale Monitoring und die Datenerhebung.

Jürgen Bertling, Chemie-Ingenieur Fraunhofer UMSICHT

These 1:

Wir brauchen eine neue Schadstoffklasse für Kunststoffe. Kategorie: „very, very persistent“.

Jeder Deutsche setzte pro Jahr etwa 5,4 kg Kunststoff frei. Ein Viertel davon ist Makroplastik, drei Viertel sind Mikroplastik, das durch Abrieb und Verwitterung, Wäsche, Farben oder Reifenabrieb entsteht. Größtes gesundheitliches Problem sind die Polymere.

These 2:

Wir brauchen ein Kunststoff-Emissions-Budget.

Dessen Ziel muss sein, den Status quo zu konservieren und nicht weiter zu verschärfen. Das Ziel muss bei 200 g freigesetztem Kunststoff pro Kopf und Jahr liegen.

Das bedeutet eine Reduzierung um den Faktor 27. Realistisch wird das durch Verbote, Rückgewinnung und eine verbesserte Abbaubarkeit sowie Anreize für die Industrie.

Michael Hillenbrand, Plastics Europe Deutschland

These 1:

In Deutschland gibt es Abfallstrom-Systeme, die dafür sorgen, dass kein Kunststoff in der Umwelt landet.

Der Trennung von Haushaltsmüll ermöglicht Fortschritte für die Wiederverwertung.

Zudem hat der Gesetzgeber die Produkt- und Herstellerverantwortung gesetzlich verschärft.

These 2:

Wir brauchen Investitionen in bestehende Verfahren und Innovationen.

Das globale Problem braucht maßgeschneiderte regionale Lösungen.

Delphine Lévy Alvarès, Zero Waste Europe

These:

Wir brauchen ein koordiniertes Vorgehen von NGOs, um den Traum eines Ozeans ohne Plastikmüll wahr werden zu lassen.

Der Weg dahin heißt Änderung

  • des dominierenden, nicht nachhaltigen Narrativs.
  • des unternehmerischen Handelns (petrochemische Industrie als Urheber der Problematik, die großen Consumer-Brands als ihr hauptsächlicher Verbreiter).
  • des Städtebaus (Zero Waste Cities).
  • der kreierten Abhängigkeit von billigem Plastik.
  • des Missverhältnisses bei Investitionen im Bereich Kunststoff.
  • des Kunststoffexports in Entwicklungsländer.
  • der Eigenverantwortung Europas.
  • des Konsumentenverhaltens hinsichtlich Wiederverwertung, Mehrwegverpackung oder kostenlose Wasserstationen.

Jessica von Blazekovic, Wirtschaftsredakteurin bei der FAZ.net

These 1:

Es ist gut, dass Plastik überall auftaucht.

Das Bild des Wals mit 40 kg Plastik im Bauch ist sichtbar, die Zahlen sind riesig.

Der Great Pacific Garbage Pad ist dreimal größer als Frankreich. Die Ursachen für das Desaster sind eindeutig Herstellern und Menschen zuzuordnen.

Während der Klimawandel nach wie vor um Anerkennung kämpft, sind die Fakten der Plastik-Verschmutzung offensichtlich.

These 2:

Medien müssen dem Thema einen Platz geben, dürfen den Joker des Plastik-Problems aber nicht verspielen.

Kunststoff-Themen sind Klick-Garanten, aber der Reflex gegen Verbote ist ungebrochen. Eine zu emotionale Debatte spaltet die Lager. Politik, Medien, Verbraucher, Unternehmen müssen gemeinsame Lösung finden.

Wir alle sehen das Problem, Leugnen ist zwecklos.

Die anschließende Debatte…

drehte sich um diffuse Verantwortlichkeiten und die Erkenntnis, dass Polyproblem auch Polyverantwortung sowie eine politische Lenkung braucht. Einige der in der Polyproblem-Studie aufgeführten Akteure, Handlungsfelder und Lösungsansätze fanden sich in der anschließenden Diskussion wieder. Dazu gehörten eine optimierte Kreislaufwirtschaft, Recycling, Upcycling, alternative Materialien oder Handlungsänderungen.

Die offene und auch kritische Diskussion machte deutlich, dass gelernte Mechanismen beim Thema Kunststoff nicht mehr ausreichen. Das Verantwortungsprinzip der petrochemischen und Verpackungs-Industrie wird ebenso eine Rolle spielen wie Produktdesigner, die neue Produkte entwickeln und jeder einzelne Konsument, der am Ende die Emissionen realisiert.

Die Sichtbarkeit des Problems darf nicht durch emotionale, medial angeheizte Diskussionen vorschnell in Lager geteilt und überbrückbar beendet werden. Die Wahrheit liegt zwischen dem Propagieren einfacher Lösungen und dem Verleugnen der Problematik. Polyproblem braucht Polyvox.

Die Workshops

Vor Ort erfolgte eine graphische Aufbereitung der Veranstaltung und der Workshops durch die Künstlerin Barbara Schneider und die Künstler Julian Kücklich und Sebastian Lötscher (www.creativetribe.eu).

POLYCHANGE

Polyproblem: Der Stakeholder-Dialog zu Kunststoff und Umwelt der Röchling Stiftung und Wider Sense

Polyproblem: Der Stakeholder-Dialog zu Kunststoff und Umwelt der Röchling Stiftung und Wider Sense

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel

Die Herausforderung „Kunststoff und Umwelt“ ist sehr komplex. Das macht es für handelnde Organisationen schwierig, die richtigen Prioritäten zu setzen und ihre Interventionen wirkungsvoll zu steuern. Noch schwieriger erscheint es, aus den unterschiedlichen Handlungsansätzen – Kreislaufwirtschaft und Recycling, Vermeidung und Beseitigung – eine globale Agenda zu entwickeln.

In den beiden Workshops POLYCHANGE hatten die Teilnehmer Gelegenheit, die Methode der „Theory of Change“ kennenzulernen und direkt gemeinsam zu skizzieren und zu diskutieren.

Die Theory of Change bezeichnet einen systematischen Projektplanungsprozess sowie eine spezifische Form eines Wirkungsmodells, welches das Produkt dieses Prozesses ist. Die Grundidee des Prozesses besteht darin, ausgehend von einem gemeinsam formulierten übergeordneten Ziel zu bestimmen, welche Voraussetzungen das Projekt schaffen muss, damit diese Wirkungsziele erreicht werden können.

Mehr Infos zur Theory of Change?

Lernen Sie die Basics der Theory of Change kennen

Lesen Sie hier welche Erfahrungen die United Nations Development Group mit der Theory of Change gemacht hat.

Viel Engagement – keine gemeinsame Agenda?

Im ersten POLYCHANGE-Studio war das gemeinsam formulierte Ziel schnell klar, die Teilnehmenden wünschten sich einen Stopp der schädlichen Plastikemissionen in die Umwelt und einigten sich so auf „Kein Plastikabfall in der Umwelt“ als übergeordnetes Ziel in einer Theory of Change. Als unmittelbare Vorbedingungen hierfür wurden erstens die Beseitigung des Plastikabfalls in der Umwelt sowie zweitens die uneingeschränkte Vermeidung des Neueintrags an Plastikabfall in die Umwelt formuliert.

In der Diskussion um die Vermeidung des Neueintrags von Plastikabfall in die Umwelt herrschte Übereinstimmung, dass dies nicht ohne die Einführung einer hundertprozentigen Kreislauwirtschaft und die Reduzierung der Produktionsmengen auf notwendige Einsatzbereiche geschehen kann. Wichtig hierbei sind vor allem die Schaffung von flächendeckend funktionierenden Abfallwirtschaftssystemen und einer soliden ökologischen Gesamtbewertungen von Produkten.

Die Diskussion schloss mit der Frage nach den Vorbedingungen für die Vorbedingung der soliden ökologischen Gesamtbewertung eines Kunststoffprodukts. Während die Verhaltensänderung bei den Verbrauchern hier als notwendig angesehen wurde, waren es nicht zuletzt die fehlenden Anreizstrukturen für diese Verhaltensänderung, welche als Teil des Problems genannt wurden.

Teil der Lösung statt des Problems sein – eine große Herausforderung

Im zweiten POLYCHANGE-Studio stand das Zwischenspiel des Konsumenten und Produzenten mit der Frage „Wie erreichen wir, dass sowohl Konsumenten als auch Produzenten für das Thema Plastik stärker sensibilisiert werden und ihr Verhalten ändern?“ im Vordergrund. Als unmittelbare Vorbedingungen hierfür wurden die nachhaltige Bewusstseinsentwicklung bereits im Kindesalter sowie die wirtschaftliche Regulierung mittels finanzieller Anreize gesehen.

Für beides fehle es derzeit an geeigneten Plattformen zur Information, Austausch und Aktion. Die Bildung eines internationalen Weltplastikrates, analog zum Weltklimarat, wurde als eine Möglichkeit zur Bündelung der Interessen und Aktionen gesehen.

Was bleibt und wer macht was?

Das Angebot an der begonnen Theory of Change intensiver weiterzuarbeiten, wurde von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. In einem zweitätigen Workshop könnte so nicht nur die Abschichtung der Komplexität des Themenfeldes erreicht werden, sondern auch an der Festlegung von Zuständigkeiten, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten sowie Austausch über Ressourcen und Budgets gearbeitet werden.

Nähere Information zu einem vertiefenden Theory of Change-Workshop folgen in Kürze.

Von Projektitis zu Collective Impact

Die beiden POLYCHANGE Studios haben es gezeigt: Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Agenda, um Kunststoffmüll in der Umwelt zu vermeiden, ist nicht von der Hand zu weisen. Die weit verbreitete Projektförderung, die auf Kurzfristigkeit und Modellhaftigkeit von Maßnahmen setzt, anstatt nachhaltig zu wirken, kann keine Lösung für das Problem sein. Zudem hat ein solches Vorgehen in der Regel nur eine isolierte Wirkung. Um eine kollektive Wirkung zu erzielen, braucht es eine andere Art der Zusammenarbeit. Der Collective Impact-Methode bietet genau hierfür eine Lösung und war Gegenstand der Studios POLYFORMAT und POLYTOOLS auf dem Stakeholder-Dialog.

POLYFORMAT UND POLYTOOLS

Polyproblem: Der Stakeholder-Dialog zu Kunststoff und Umwelt der Röchling Stiftung und Wider Sense, Bilder: Jörg Farys

Polyproblem: Der Stakeholder-Dialog zu Kunststoff und Umwelt der Röchling Stiftung und Wider Sense, Bilder: Jörg Farys

Polyproblem: Der Stakeholder-Dialog zu Kunststoff und Umwelt der Röchling Stiftung und Wider Sense

Polyproblem: Der Stakeholder-Dialog zu Kunststoff und Umwelt der Röchling Stiftung und Wider Sense

Die beiden Studios POLYFORMAT und POLYTOOLS waren Ergebnis der Online-Vorabumfrage vor dem Stakeholder-Dialog. Dabei wurde nach den Bedarfen und Erwartungen der Teilnehmenden gefragt. Die Teilnehmenden äußerten dabei den Wunsch nach einer Plattform zum Austausch, zur Vernetzung und zur Kooperation sowie das Matching von Ressourcen und Expertise. Wie dies aussehen kann und was es hierfür braucht, wurde in den beiden Studios thematisiert.

5 Konditionen zum Erfolg

Collective Impact bietet die Möglichkeit, sektorenübergreifend erfolgreich zusammenzuarbeiten. Während traditionelle Handlungsansätze meist nur eine isolierte Wirkung generieren, schafft Collective Impact eine konsolidierte gesellschaftliche Wirkung.

Um komplexe Probleme erfolgreich zu bewältigen, ist es wichtig, die fünf Konditionen des Collective Impact – eine gemeinsame Agenda, gemeinsame Wirkungsmessungssysteme, sich gegenseitig stärkende Aktivitäten, kontinuierliche Kommunikation und die Einrichtung einer Rückgratorganisation – dem eigenen Handeln zugrunde zu legen. Nur wenn organisations- und sektorübergreifend auf das gleiche Ziel hingearbeitet wird und dieselben Parameter gemessen werden, kann ein Fortschritt erzielt werden. Umfassende Wirkung hängt maßgeblich von der stärkeren sektorübergreifenden Zusammenarbeit vieler Organisationen ab.

Interesse mehr über das Thema Collective Impact zu erfahren?

Hier erklären John Kania und Mark Kramer ihre Methode Collective Impact.

Wer ein Erklärvideo bevorzugt, wird hier fündig.

Ein Praxishandbuch zum Thema hat die Bertelsmann Stiftung veröffentlicht.

Ein Beispiel für ein erfolgreiches Collective-Impact Projekt ist das Bildungsprojekt Early Matters in den USA.

Die gemeinsame Agenda entscheidet über das Format

„Wie sieht ein Format aus, in dem Lösungen für gemeinsames Handeln entsteht?“ Diese Frage war Gegenstand der Diskussion im Studio POLYFORMAT. Im Verlauf der Gruppenarbeit und der anschließenden Debatte wurde deutlich, dass die Entscheidung für ein Format der Zusammenarbeit maßgeblich vom gewählten Themenschwerpunkt und der Einigung auf eine gemeinsame Agenda abhängt. Dies bedarf einer sachlichen sektorübergreifenden Diskussion über Sinn und Wirkung bestehender Handlungsansätze, wie Recycling, Kreislaufwirtschaft, Datenerhebung, Faktencheck und Bewusstseinsbildung.

Gemeinwohlorientierung statt Konkurrenz – Denken und Arbeiten in Lebenszyklen

Neben einem Format zum Austausch und Zusammenarbeit ist auch das Matching von Expertise und finanziellen Ressourcen notwendig, um die Problematik anzugehen und Wirkung zu erzielen. Mit der Frage, was benötigt wird, um Ideen, Expertise und Ressourcen passgenau zu verbinden, beschäftigten sich die Teilnehmenden im POLYTOOLS-Studio.

Die Arbeitslogik in voneinander getrennten Projekten wird zunehmend als hinderlich und zeitintensiv betrachtet – gleichzeitig herrscht zumeist Unkenntnis darüber, wie geeignete Partner zu finden sind. Doch auch wenn es gelungen ist, einen geeigneten Partner zu finden, wird oftmals nicht die gewünschte Reichweite und Wirkung erzielt. Es braucht neben festgelegten und einheitlichen Wirkungsmessungsinstrumenten auch Zeit und Raum, die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit sichtbar zu machen. Letztendlich benötigt es eine gesteigerte Risikobereitschaft und Experimentierwillen, um auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten.

Wie geht es weiter?

Das Angebot, in einem vertiefenden Workshop mehr über die Methode Collective Impact zu erfahren und in diesem Rahmen gezielt über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sprechen, wurde von den Teilnehmenden zustimmend aufgenommen. Die Gestaltung eines geeigneten Formats und die passgenaue Zusammenführung von Ressourcen und Expertise können und sollten stärker gemeinsam gedacht und bearbeitet werden.

Nähere Informationen zur weiteren Zusammenarbeit mittels Collective Impact folgen in Kürze.