Projekte » Transportliege für kritisch kranke Kinder

Sicherer Transport für schwer lungenkranke Kinder: Um kleine Patienten mit akutem Lungenversagen deutschlandweit optimal versorgt in die Klinik bringen zu können, ist eine spezielle Transportliege entwickelt worden. Sie macht es möglich, die Patienten auch mit einem Hubschrauber ins Universitätsklinikum Mannheim zu verlegen, wo sich ein Zentrum für Kinder mit akutem Lungenversagen etabliert hat. Jährlich überweisen Ärzte rund 50 Kinder mit Lungenversagen nach Mannheim, von denen zwei Drittel mit der künstlichen Lunge „ECMO“ (extrakorporale Membranoxygenierung) behandelt werden. Etwa zehn Kinder benötigen die Behandlung schon während des Transports. Die Spezialisten gehen davon aus, dass mit Hilfe der Trage in Zukunft noch mehr Kindern das Leben gerettet werden kann. Die Röchling-Stiftung hat im Jahr 2006 die Anschaffung der Transportliege wesentlich unterstützt.

Vor zirka 25 Jahren entwickelte Professor Walter Kachel an der Mannheimer Kinderklinik als erster in Europa das ECMO-Verfahren in größerem Umfang für schwer lungenkranke Kinder. Mit dem ECMO-Zentrum verfügt das Universitätsklinikum Mannheim mittlerweile über eine deutschlandweit anerkannte Fachabteilung für angeborene und erworbene Lungenerkrankungen. Bei vielen Kindern ist erst nach der Geburt absehbar, dass sie eine Lungenintensivbehandlung benötigen. Im Alter von wenigen Stunden bis Tagen werden sie aus Kinderkliniken im gesamten Bundesgebiet auf die Intensivstation der Kinderklinik Mannheim gebracht. Da in Deutschland die verlegende Klinik einen Patiententransport zu organisieren und durchzuführen hat, sind besonders kleinere Krankenhäuser vor große Probleme gestellt. Sie verfügen oft nicht über die notwendige Ausrüstung und erfahrenes Personal. Anders als in Großbritannien, Frankreich, Schweden, Italien oder den USA steht in Deutschland kein spezielles „Kindertransport-Team“ zur Verfügung.

Das Risiko eines Transports ist immer gegen die Chancen der Stabilisierung vor Ort abzuwägen. Die optimale Versorgung auf dem Transport war bisher das Hauptproblem. Aufgrund der eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten während des Hubschrauberflugs bestand die Gefahr eines Sauerstoffmangels und damit von Folgeschäden in der geistigen und motorischen Entwicklung der Kinder. Die Universitätsklinik Mannheim hat nun, mit Hilfe der Röchling Stiftung, eine spezielle Transporttrage angeschafft, die auf die Bedürfnisse von Neugeborenen und Säuglingen ausgelegt ist. Als erste Klinik in Deutschland und einige der wenigen weltweit kann sie damit die lückenlose und fachgerechte Behandlung der kleinen Patienten vom Transport bis zur stationären Aufnahme im ECMO-Zentrum garantieren. Die Trage ist neben einem ECMO mit zwei weiteren Spezialgeräten zur künstlichen Beatmung ausgestattet, zudem sind bei jedem Einsatz ein Facharzt und eine erfahrene Kinderkrankenschwester an Bord.

In der Kinderklinik wurde außerdem mit Drittmitteln eine Arztstelle auf befristete Zeit eingerichtet. So soll der zügige Aufbau eines Abholdienstes für schwer lungenkranke Kinder gewährleistet werden.

  • Transport eines Frühchens in die Uniklinik
    Transport eines Frühchens in die Uniklinik
  • durch die Röchling-Stiftung geförderte Transportliege
    durch die Röchling-Stiftung geförderte Transportliege

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