Lernen im Schloss: Die Universität Mannheim gilt als eine der schönsten Hochschulen in Deutschland. Sie befindet sich zu weiten Teilen im Mannheimer Schloss – dem größten Barockschloss Deutschlands. Rund 11.000 Studierende arbeiten in dieser einmaligen Campusatmosphäre. In den vergangenen Jahren sind im Rahmen der Aktion „Renaissance des Barockschlosses“ Hörsäle und Bibliothek mit Hilfe von Unternehmen, Stiftungen und privaten Förderern renoviert und mit modernster Technik ausgestattet worden. Die Röchling-Stiftung hat den Umbau eines Hörsaals für 200 Studenten im Jahr 2001 mit einem nennenswerten Beitrag unterstützt.
Die Universität Mannheim ist eine der führenden Hochschulen in Deutschland und Europa. Das Markenzeichen der Universität Mannheim ist ihr klares Profil: Es wird geprägt von renommierten Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und ihrer Vernetzung mit leistungsstarken Geisteswissenschaften, Rechtswissenschaft sowie Mathematik und Informatik. Die hohe Qualität von Forschung und Lehre wird regelmäßig bestätigt, beispielsweise durch Rankings, Auszeichnungen oder die Teilnahme an der bundesweiten Exzellenzinitiative. Das Studienangebot mit den Abschlüssen Bachelor, Master und Staatsexamen umfasst eine Reihe interdisziplinärer Studiengänge, die in ihrer Form und Qualität bundesweit einmalig sind.
Mit Hilfe privater Geldgeber hat die Universität, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins wiederaufgebaute Mannheimer Schloss gezogen war, die Renovierung ihrer Hörsäle finanziert. Da seit Jahrzehnten an den Räumlichkeiten nicht viel verändert worden war, präsentierten sich diese in einem denkbar schlechten Zustand. Das Land Baden-Württemberg restaurierte die Fassaden, darüber hinaus standen jedoch keine öffentlichen Mittel zur Verfügung. Deshalb bat die Universität Sponsoren aus der freien Wirtschaft, sie finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug erhielten die Sponsoren die Möglichkeit, durch die Benennung und Gestaltung der Räume sich selbst innerhalb der Universität zu präsentieren und sich für Studierende als künftige Arbeitgeber zu profilieren. Im Mannheimer Schloss entstand auch ein „Röchling-Hörsaal“, der nach dem Urteil der Kritiker der außergewöhnlichste ist.
Um das historische Gesamtbild zu erhalten, waren bei den Umbauten strenge Vorgaben zu beachten. Gleichzeitig sollte dem modernen Lehrbetrieb Rechnung getragen werden. Aus der Konstellation von Bauherr, Geldgeber und Nutzer ergab sich für die Architekten eine besondere Gestaltungsaufgabe. Das Stuttgarter Architektenbüro 4a, das für den Umbau des Röchling-Hörsaals verantwortlich zeichnete, ließ alle Veränderungen und Einbauten als solche deutlich erkennbar. Die neue Gestalt – ein Band aus Holz – schmiegt sich in den alten Schlossraum und bleibt trotzdem als nachträglicher Einbau deutlich vom Bestand getrennt. Das Band steht symbolisch für die Verbundenheit zwischen Studenten, dem Sponsor und der Universität Mannheim.
Der renovierte Röchling-Hörsaal wurde vom Bund Deutscher Architekten Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Jury würdigte ihn als einen Raum, „der eine heiter wohltuende Atmosphäre vermittelt, die trotz spartanischer Möblierung keine der üblichen trockenen Hörsaalatmosphären verbreitet“. Der Entwurfansatz der Architekten gebe dem Raum eine eigene Prägung, ohne die vorhandene Gebäudestruktur zu verleugnen.
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