Deutsche Universitätsstiftung, Stipendiatenprogramme TANDEM & WELCOME

Laut aktuellen Untersuchungen haben es Bildungsaufsteiger, die so genannten „First Generation Students“, in Deutschland trotz aller Durchlässigkeit des Bildungssystems besonders schwer. So unter anderem die Ergebnisse der Studie „Bildung auf einem Blick 2014“ der OECD oder der Exmatrikulationsbefragung 2015 der Universität Konstanz. Fehlende Hilfe und Unterstützung  erschweren es ihnen häufig, sich in einer fremden akademischen Welt zurechtzufinden.

Mit dem Stipendiatenprogramm TANDEM richtet sich die Deutsche Universitätsstiftung an Studenten aus Nichtakademikerfamilien, oftmals mit Migrationshintergrund, und vermittelt ihnen während ihres Erststudiums einen Mentor, der ihnen bei allen Fragen rund ums Studium hilfreich zur Seite steht. Das Programm WELCOME wurde ergänzend für in Deutschland lebende Bachelor-Studenten aus Flüchtlingsgebieten entwickelt.

Die Programme zeichnen sich besonders dadurch aus, dass den Stipendiaten ein 1:1-Mentoring durch einen fach- und studienortnahen Hochschullehrer vermittelt wird. Die Mentoren übernehmen ihre Stipendiaten als akademische Patenkinder und ermöglichen ihnen einen regelmäßigen studienbegleitenden Austausch. Sowohl bei organisatorischen als auch disziplinären Fragen fungieren sie als Ansprechpartner. Fachliche Diskussionen fördern den Erhalt und die Steigerung der Begeisterung für das akademische Studieren und das gewählte Studienfach. Die Stipendiaten werden von ihren Mentoren angeregt, stets über den Tellerrand hinaus zu blicken, bekommen qualifizierte Unterstützung bei Entscheidungen zur Schwerpunktsetzung wie auch die Darstellung von Perspektiven für die Zeit nach dem Studium.

Wir unterstützen jeweils drei Stipendiaten des TANDEM und WELCOME Programms über die gesamten drei Jahre ihres Erststudiums hinweg. Weiterhin vermitteln wir ihnen Praktika in Röchling-Unternehmen. „Eine gewisse räumliche Nähe zu einem Unternehmensstandort und die jeweilige fachliche Ausrichtung der Stipendiaten machen dies möglich. Diese langfristigen Perspektiven schätzen wir sowohl persönlich-menschlich als auch in Bezug auf unsere Stiftungsaktivitäten“, so Gräfin Annunziata Hoensbroech in einem Interview mit dem Magazin philanthropie und stiftung.

Stipendiatenbesuch

Im Juni 2017 trafen unsere Kuratoriumsmitglieder vier der insgesamt sechs von uns geförderten TANDEM- und WELCOME-Stipendiaten in Mannheim. Im Anschluss besichtigten alle gemeinsam das Werk des Röchling Automotive-Standorts in Worms.

  • TANDEM-Stipendiatin Nadja Götzelmann: Sie ist 1994 geboren, kommt aus Würzburg und studiert Maschinenbau an der Friedrich-Alexander Universität in Erlangen.
  • Welcome-Stipendiat Abdul Basir Rasooli: Er ist 1989 geboren, kommt aus Afghanistan und studiert Technische Chemie an der TH Köln.
  • Welcome-Stipendiat Majd Behnana: Er ist 1995 geboren, kommt aus Syrien und studiert Materialwissenschaften an der TU Darmstadt.
  • Welcome-Stipendiat Abdulkader Razzouk: Er ist 1992 geboren, kommt aus Syrien und studiert Informatik an der Universität Augsburg.

Projekt-Partner

Ein Statement über das Zusammenwirken der Röchling Stiftung mit der Deutschen Universitätsstiftung, wichtig zu wissen und schön zu hören:

Dipl. pol. Cornelia C. Kliment
Geschäftsführerin Deutsche Universitätsstiftung
Leiterin DHV-Funds-Consult
Consultant Leaders In Science
Leiterin Fachgruppe Stiftungsfundraising/Fundraisingverband

Was hat Ihnen die Zusammenarbeit mit der Röchling Stiftung bedeutet?

Nach meiner Präsentation vor dem Kuratorium der Röchling Stiftung im Jahr 2015 habe ich sehr schnell ein Feedback mit einer Zusage für unser TANDEM-Stipendienprogramm erhalten für die Übernahme zweier Stipendiaten. Das bedeutete für uns in der damaligen Aufbauphase unserer Stipendienprogramme einen erheblichen Schubkraftverstärker bei unseren Bemühungen das Stipendienprogramm an den Bedürfnissen der Zielgruppe schnell zu entwickeln. In dieser entscheidenden Phase hat uns die Unterstützung der Röchling Stiftung eine maßgebliche Steigerung unserer Wirkungskraft ermöglicht.

Was wäre aus dem Projekt ohne unsere Kooperation geworden?

Wir wären wesentlich langsamer gewachsen und hätten vor allem die von uns als besonders herzlich und hilfreich wahrgenommene Förderung nicht erfahren. Dazu kommt die Beteiligung von Kuratoriumsmitgliedern und der Leitungsebene an unserer Bewerberauswahl für unser Stipendienprogramm Welcome, das Menschen aus Fluchtgebieten fördert.  Besonders beeindruckt hat mich die  Studie der Röchling Stiftung über die Integrationskraft des ehrenamtlichen Engagements von Menschen aus Fluchtgebieten, daher wirken wir dabei gerne gemeinsam mit unseren Stipendiaten mit. Gleichermaßen beeindruck uns die persönlichen Betreuungsbegegnungen der Röchling Stiftung mit ihren, von uns begleiteten Stipendiaten.

Wie haben Sie unser „Projekt-Paten-Modell“ erlebt?

Wir haben dieses Modell als eine sehr intensive Form des Zusammenwirkens und der persönlichen Verantwortungsübernahme und Zuständigkeit seitens der Röchling Stiftung durch Herrn Michael Röchling gegenüber unserer Deutschen Universitätsstiftung erlebt, die wir für beispielhaft halten und  immer wieder anderen Fördern weiter empfehlen.