Kunststoffrecycling,

Mumbai, Indien

Die Vermüllung der Erde nimmt rapide zu. Schon heute produziert die Weltbevölkerung jeden Tag 3,5 Millionen Tonnen Abfall. Tendenz: steigend. Vor allem in Schwellenländern wie Indien mit einer rasant wachsenden Population und einer damit einhergehenden dynamischen Konsumentwicklung ist der Müll allgegenwärtig. Sammel- und Verwertungssysteme fehlen gänzlich. Der Abfall landet achtlos auf den Straßen – darunter mehr und mehr gebrauchte Verpackungen und Kunststoffe. Über Flüsse und besiedelte Küsten gelangt der Plastikmüll wiederum in die Meere – mit verheerenden Auswirkungen für das gesamte Ökosystem. Am stärksten betroffen sind bevölkerungsreiche Ballungsgebiete, wie zum Beispiel Mumbai, die Hauptstadt des Bundesstaats Maharashtra. Sie versinken sprichwörtlich im Müll.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, rief die Röchling Stiftung in Kooperation mit dem Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV) und dem indischen Kunststoffverarbeiterverband (OPPI) das „Maharashtra-Projekt“ ins Leben. Es fördert den Aufbau eines strukturellen Abfallmanagementsystems in Mumbai. Mit gezielten Maßnahmen unterstützen wir unter anderem die Errichtung einer funktionierenden Infrastruktur mit lokalen Sammel- und Sortierstationen sowie Transportmöglichkeiten. Wir setzen uns darüber hinaus für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und wirtschaftlichen Lage der zumeist weiblichen Abfallsammler (Waste Pickers) ein. Dazu gehören auch Schulungen hinsichtlich der Sortierung von Abfällen. Es ist für uns ein sehr persönliches Anliegen mit dieser Tätigkeit auch das Bewusstsein der Menschen und Unternehmen vor Ort für die Gefahren dieser Umweltverschmutzung zu wecken. Die Abfälle kontaminieren Boden und Trinkwasser. Sie bergen damit erhebliche Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung.

Projekt-Partner

Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. hat uns einige Fragen beantwortet; wichtig zu wissen und schön zu hören:

Was hat Ihnen die Zusammenarbeit mit der Röchling Stiftung bedeutet?

Die Zusammenarbeit mit der Röchling Stiftung habe ich als äußerst professionell, konstruktiv und angenehm empfunden. Das gilt für die Mitglieder des Kuratoriums sowie für die Geschäftsstelle.

Was wäre aus dem Projekt ohne unsere Kooperation geworden?

Unsere anspruchsvollen Projekte zur Stärkung des Kunststoffrecyclings in Indien hätten ohne das enorme und mehrjährige Engagement der Röchling Stiftung in dieser Form keine Chance auf Verwirklichung gehabt.

Wie haben Sie unser „Projekt-Paten-Modell“ erlebt?

Das ehrenamtliche Engagement der Projekt-Paten ist bewundernswert und in dieser Form sicherlich einmalig. Für mich als Projektleiter war der regelmäßige Austausch mit den Projektpaten äußerst wertvoll. Von den Projektpaten gingen wichtige Impulse für einen erfolgreichen Projektverlauf aus.

Wo steht unser Projekt heute?

Im Rahmen des Projektes konnten wir einen wichtigen Impuls für die Verwertung von Kunststoffkonsumabfällen in der indischen Region Mumbai geben. Mit besserer technischer Ausrüstung können jetzt mehr Abfälle gesammelt und verwertet werden. Dank des Engagements der Röchling Stiftung wurden Arbeitsbedingungen und Entlohnung der in der Abfallsammlung und -sortierung arbeitenden Frauen deutlich verbessert. Das Projekt dient als Leuchtturm und Beispiel für andere Stadtteile und Siedlungsgebiete in Indien.

Dr. Oliver Möllenstädt, Bad Homburg im Mai 2017